Montag, 27. Januar 2014

Master-Slave-Entkuppler, 1. Generation


Der Master-Slave-Entkuppler erlaubt es dem Teppichbahner, seine Entkuppler mit minimalem Kosten- und Verdrahtungsaufwand zu betreiben.


Für Weichen gibt es längst Einbau-Decoder, aber in Entkupplungsgleisen fehlt es an Platz. Der einzige mir bekannte Decoder für sie ist von Roco, kostet soviel wie zwei Entkupplungsgleise und ist auf das Geoline-Gleis ausgelegt. Fürs C-Gleis lohnt es sich, eine andere Lösung zu verfolgen.

Meine Wahl fiel auf den WeichEi von Sven Brandt. Dieser ist kompakt und als Bausatz günstig zu haben. Auch der verwandte WeichZwei ist eine gute Wahl, da seine Endstufe nochmals belastbarer ist.

So klein, dass er ins Entkupplungsgleis passen würde, ist er allerdings doch nicht. Also wird dieses mit einem Gleis 24077 fest verbunden. Es reicht, die Kontaktfedern zu verlöten, die die elektrische Verbindung zwischen den Gleisen herstellen. Dabei sollte die Anschlussbuchse für das Entkupplungssignal dem Gleis 24077 zugewandt sein.

Für diese Buchse gibt es eine bessere Verwendung: An ihr lässt sich auch ein weiteres Entkupplungsgleis anschließen, und daher rührt der Name Master-Slave-Entkuppler; das erste Gleis trägt den Decoder und wird Master genannt, denn das zweite, der Slave, empfängt von ihm seine Befehle.

Natürlich wollen wir nicht beide Entkuppler zugleich betätigen. Das hätte keinen Sinn. Der WeichEi hat zwei Magnetartikel-Ausgänge, also je einen für Master und Slave. Für den dritten Ausgang, der sonst die Weichenlaterne versorgt, habe ich noch keine Verwendung gefunden.

Als Erstes muss die Antriebseinheit entnommen werden. Dazu reicht es, die beiden Kreuzschlitzschrauben an der Unterseite zu lösen. Ab Werk sind Magnetspule und Signalbuchse parallelgeschaltet. Um das zu ändern, wird der kleine schwarze Draht (Pfeil) entfernt, der die rechte Buchse mit der Spule verbindet. Er wird ersetzt durch einen blauen Draht, der später zum Decoder geführt wird.

Antriebseinheit im Originalzustand (links) und mit geänderter
Verdrahtung für den Master-Slave-Entkuppler (rechts)

Als nächstes sollte man die genaue Lage des Decoders festlegen. Ursprünglich hatte ich den Decoder zurechtgesägt und quer eingebaut, aber das kann ich nicht mehr empfehlen. Schließlich soll der PIC zugänglich sein, falls ein Wechsel des Protokolls oder der Einschaltdauer gewünscht ist. Die folgenden Bilder zeigen einen solchen ehemals quer eingebauten und daher verkürzten Decoder.

Um Platz zu schaffen, muss die Versteifung, die quer durchs Gleis 24077 verläuft, entfernt werden. Dazu reichen ein Seitenschneider und ein Bastelmesser. Der Decoder liegt hier auf dem Mittelleiter auf. Ganz reicht der Platz nicht. Damit der Taster keinen Bodenkontakt bekommt, wurde für ihn eine separate Platine vorgesehen. Drähte stellen die Verbindung zum Rest her. Damit es keinen Kurzschluss mit Masse gibt, wurde die Kontaktlasche mit dem Seitenschneider entfernt (Kreis). Dann wurden noch Balsaholzstücke von 2mm Stärke eingesetzt, um die Klebefläche zu vergrößern. Und so sieht das aus:

Zum Einkleben des Decoders präpariertes Gleis 24077

Wenn der Taster und der Decoder eingeklebt sind, kann verdrahtet werden. Also schraubt man spätestens jetzt die Antriebseinheit zurück und führt die Drähte zum Decoder. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sie nicht in die Nähe des Entkupplungsbügel geraten, denn sie könnten diesen sonst blockieren. Am besten, man fixiert sie mit etwas Sekundenkleber. Anschließend verlötet man sie, wie die untere Abbildung zeigt.

Der Decoder im eingebauten Zustand

Hier ist noch eine Detailaufnahme, die die genaue Lage des Tasters zeigt:

Adresstaster auf eigener Platine

Leider ragt der Gleichrichter in dieser Variante noch minimal aus dem Gleis heraus. Das kann man in Kauf nehmen, man kann aber auch einen Schritt weiter gehen und ein Stück des Mittelleiters entfernen. Dazu gibt es einen eigenen Artikel.

Doch dieses Exemplar ist nun einsatzbereit. Nun muss nur noch die Adresse eingestellt werden. Es empfiehlt sich, jeden Master mit seiner Adresse zu beschriften, damit er erkannt wird. Nun kann jederzeit ein weiterer Entkuppler seitlich angeschlossen werden. Dazu benutzt man Bananenstecker mit 2,6mm Durchmesser, wie sie lange bei Märklin Standard waren. Die Polung der Anschlüsse ist beliebig. Bitte nicht die Vorsichtsmaßnahmen vergessen!

Master-Entkuppler (rechts) mit angeschlossenem Slave


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